Mobile Ultrafiltrationsanlage

Der diesjährige Sommer hat uns einmal mehr vor Augen geführt, was Wetterextreme – in diesem Fall die ausbleibenden Niederschläge – für Auswirkungen haben können.

Augenfällig waren die extrem niedrigen Wasserstände an Bächen und Flüssen. So waren vielerorts Auflagen in Kraft getreten, die die Wasserentnahme an Fließgewässern untersagten. Auch die Quellen, die von den Stadtwerken genutzt werden, zeigten dies deutlich, denn überall gingen die Schüttungen signifikant zurück. Auch wenn wir bei uns in der Vergangenheit unsere Hausaufgaben gemacht haben – das Wasser kommt aufgrund unseres sehr guten Netzes bei den Kunden an und versickert nicht auf dem Weg dorthin durch irgendwelche Leckagen in den Boden –, so heißt es doch, für die Zukunft gerüstet zu sein.
Neben den ständig genutzten Wasserwerken stehen den Stadtwerken auch noch ungenutzte Quellen, das heißt nicht in den normalen Betriebsablauf eingebundene Ressourcen, zur Verfügung. Ganz wichtig ist aber, dass alles, was in unser Wassernetz kommt, uneingeschränkt der Trinkwasserverordnung entspricht. Um dies zu gewährleisten und trotzdem schnell und vor allem örtlich flexibel zu sein, haben die Stadtwerke eine mobile Ultrafiltrationsanlage angeschafft.
Möglich ist dies geworden, da wir bereits erste Erfahrungen mit der Ultrafiltration sammeln konnten und die Idee glücklicherweise auch vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe unterstützt wurde. So wurden die Kosten der mobilen Trinkwasseraufbereitungsanlage von rund 140 000 Euro zur Hälfte übernommen.

Sauberes Wasser durch Membranfilter

Die Aufbereitungsanlage ist in einem großen Autoanhänger untergebracht. In diesem haben sowohl die Membrantechnik, die Steuerung als auch ein Pufferbehälter Platz. Eine integrierte Pumpe ermöglicht sowohl eine Einspeisung des Wassers in ein vorhandenes Wassernetz ebenso wie die Abgabe in mobile Behältnisse.
Was macht nun diese Membrantechnik so besonders? Bildhaft gesprochen, wird das Wasser durch eine Ansammlung von Nudeln gedrückt, die sehr, sehr kleine Öffnungen haben. Diese halten (fast) alles zurück, was nicht in das Trinkwasser gehört. Neben den normalen Schwebstoffen werden auch Bakterien und Viren eliminiert. Unser Wasser vor Ort hat aber per se immense Vorteile!
So haben wir keinerlei Belastungen durch die Industrie oder die Landwirtschaft. Ein wirklich großer Vorteil, den unser Nordschwarzwald mit sich bringt.
Und wie funktioniert nun die Reinigung des Systems? Relativ einfach: indem man mit einer geringen Menge des bereits gereinigten Wassers unter der Zugabe von Luft die ganze Anlage einfach „rückwärts“ spült. Ein weiterer Vorteil dieser Methode: Sie funktioniert ohne Chemie!

Wasserversorgung für mindestens 3000 Einwohner

Bis zu 400 000 Liter gereinigtes Wasser schafft die Anlage am Tag. Das reicht bei einem Normalverbrauch (120 Liter pro Tag) für mindestens 3000 Einwohner. Ehrlicherweise muss man aber davon ausgehen, dass in einer echten Mangelsituation durch einen zielgerichteten Einsatz des Trinkwassers viel mehr Menschen versorgt werden könnten. Auch ohne den Zugang zu einem vorhandenen Stromnetz kann das System mit Hilfe eines Ersatzstromaggregats betrieben werden. Hier reicht eine Tankfüllung für 18 Stunden. Dies ermöglicht es uns auch, die Ultrafiltrationsanlage bei Bedarf an andere Wasserversorger auszuleihen. Dies gilt für den Katastrophen- beziehungsweise Havariefall, in dem auch aus einem See oder Fluss Trinkwasser gewonnen werden kann. Voraussetzung dafür ist, dass das Wasser nicht mit Chemikalien verseucht ist.

„Für die Stadtwerke ist dieses System ein weiterer Baustein für einen sicheren und zuverlässigen Betrieb einer lokalen und damit nachhaltigen Wasserversorgung!“