Der wichtigste Klimabericht des Jahres

Forscher haben eine neue Bestandsaufnahme zur Erderwärmung aufgestellt: den Sonderbericht des Weltklimarats.

Im Dezember findet die Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz statt. Der nun veröffentlichte Sonderbericht des UNO-Weltklimarats (IPCC) soll dafür Grundlage sein. Dabei hat der Weltklimarat keine eigene Forschung betrieben, sondern mehr als 6.000 Studien analysiert. 91 Autoren aus 40 Ländern haben an dem Bericht gearbeitet.

Was passiert, wenn wir die 1,5-Grad- Marke überschreiten?

Der Bericht beschäftigt sich mit der Frage, ob das Ziel erreicht werden kann, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zum Industriezeitalter zu begrenzen. Dabei wird klar: Veränderungen müssen in sämtlichen Bereichen geschehen. In der Energieerzeugung, dem Städtebau, der Landnutzung, in der Industrie und dem Bausektor, sowie beim Verkehr. Die Forscher beschäftigten sich mit der 1,5-Grad-Marke statt der sonst üblichen 2-Grad-Marke, um aufzuzeigen, welche Konsequenzen bereits die Überschreitung von 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit haben wird. Die Wissenschaftler nennen neben Artenaussterben und Meeresspiegelanstieg auch Extremwetterereignisse und Korallensterben.

Ab 2050: 0 Prozent Kohlendioxidausstoß

Bleiben die globalen Emissionen auf dem derzeitigen Niveau, steigt die durchschnittliche Temperatur schon zwischen 2030 und 2052 um 1,5 Grad. Die IPCC-Forscher gehen davon aus, dass sich die Welt zurzeit nicht auf dem Kurs für das 1,5-Grad-Ziel befindet, noch nicht einmal für das 2-Grad-Ziel. Um das Ziel der 1,5-Grad-Marke überhaupt noch zu erreichen, müssen bis zum Jahr 2030 die weltweiten CO2-Emissionen um 45 Prozent gegenüber 2010 fallen. Spätestens ab 2050 muss der Kohlendioxidausstoß in der Summe auf Null gebracht werden – sonst muss Kohlendioxid aktiv aus der Luft entfernt werden.